Tapfere RKG verliert Traditionsduell gegen den KSV Witten

Der vierte Kampftag der Ringen Bundesliga Nordwest bedeutete für die RKG Reilingen/Hockenheim den zweiten Kampf vor heimischem Publikum. Am Samstag kam mit dem KSV Witten ein alter Bekannter aus den erfolgreichen Zeiten des AV Reilingen. Nach dem enttäuschenden ersten Heimkampf gegen den RV Lübtheen gelang es dem Team von Wolfgang Laier danke couragierter Leistung und großem Willen einen Bundesligakampf auf hohem Niveau abzuliefern. Letztendlich musste sich die Ringkampfgemeinschaft dem Endrunden Kandidaten aus Nordrhein-Westfalen mit 6:17 geschlagen geben, konnte aber vier der zehn Einzelkämpfe für sich entscheiden. Die Reilinger konnten die Höhe der verlorenen Kämpfe und den Ausfall von Schwergewichtler Marc Bonert nicht auffangen, boten ihrem Publikum allerdings einen starken Kampf.

Dieser begann mit einem Sieg für die Gastgeber, der so nicht erwartet wurde. Der junge Enrico Baumgärtner (57 Kilo Freistil) schickte sein Team mit einer bärenstarken Leistung und seinem ersten Bundesliga Sieg gegen den Georgier Sheshelidze erfolgreich in den Abend. Coach Wolfgang Laier hatte nach dem Kampf ein Sonderlob für den Neuzugang: „Enrico arbeitete jeden Tag an sich und wird immer besser, ein absoluter Musterprofi, von dem einige etwas lernen können“. Im Schwergewicht musste dann Evgenij Titovski zwei Gewichtsklassen aufrücken lieferte gegen Simeon Stankovich ebenfalls eine starke Leistung ab, wurde allerdings mit fragwürdigen Passivitätsentscheidungen ausgebremst und verlor mit 0:4. Daniel Layer (61 Kilo Greco) musste dann gegen den rumänischen Vize Europameister Florin Tita antreten. Zu Beginn des Kampfes konnte der RKGler Tita mit zwei Wertungen überraschen und hielt lange gut dagegen, ging dann allerdings nach knapp vier Minuten auf die Schulter. Zviad Metreveli (98 Kilo Freistil) schrieb anschließend die nächsten Punkte für die Gastgeber an. Sein 3:0 Sieg hätte allerdings mit mehr Engagement deutlich höher ausfallen können. Vor der Pause ging dann noch RKG Publikumsliebling Igor Chichioi (66 Kilo Freistil) auf die Matte. Doch gegen den defensiv starken Ramzan Awtaew fehlte dem Moldauer die letzte Konsequenz und die Punkte gingen an den Gast. Mit einem Pausenstand von 3:8 zeichnete sich das Problem der zu hohen Niederlagen der Gastgeber bereits ab.
Auch Coach Wolfgang Laier sprach das Problem in der anschließenden Pressekonferenz an: „Der KSV Witten hatte einfach die stärkeren Gewinner, die die nötigen Punkte für den Sieg geholt haben. Es fehlen uns dann letztendlich die Vierer.“

Und so sah es auch in Halbzeit Zwei aus. Der lange verletzte Eric Ritter (86 Kilo Greco) feierte sein Comeback gleich mit seinem ersten Bundesligakampf. Gegen den international erfolgreichen Wittener Nico Brunner lieferte der Rückkehrer eine couragierte Leistung ab, unterlag allerdings mit 1:5. Die Stärke der Wittener Aufstellung zeigte sich folgend in der Klasse 71 Kilo Greco, wo mit Paul Rothausky und Gensche Gereev zwei Eigengewächse ihres jeweiligen Vereins aufeinandertrafen. Der mit -2 Ringerpunkten geführte Gereev ließ dem jungen Reilinger bei seinem Überlegenheitssieg keine Chance. Und auch der wieder genesene Thilo Dicker (80 Kilo Freistil) schlug sich zwar tapfer, verlor aber gegen den Rumänen Vasiloglu 0:10. Auch wenn der Kampf bereits zugunsten der Gäste entschieden war, bot das Weltergewicht (75 Kilo) noch zwei Kämpfe auf hohem Niveau, die beide an die Ringkampfgemeinschaft gehen sollten. Mihail Georgiev (Freistil) bewies gegen das nächste Wittener Eigengewächs Ibro Cakovic seine Klasse und gewann einen offen geführten Kampf mit 6:2. Zum Abschluss behielt RKG Ungar Robert Fritsch (Greco) noch seine weiße Weste. In einem auf Augenhöhe geführten Kampf mit hohem Niveau gewann der Vorzeigeathlet mit 2:1 gegen den WM Dritten von 2016.

Der Endstand von 6:17 spiegelt zwar nicht den Kampfverlauf absolut wider, trotzdem ging der Sieg verdient nach Nordrhein-Westfalen. Die Formkurve der Ringkampfgemeinschaft zeigt trotz null Punkten und der roten Laterne nach oben. Doch jetzt ist der Regionalligameister zunächst drei Wochen kampffrei, bevor es am 9.11 zum nächsten Endrundenkandidaten nach Mainz geht.

Hef

RKG Reilingen/Hockenheim – KSV Witten 6:17
57F: Baumgärtner – Sheshelidze 1:0 (3:1), 130G: Titovski – Stankovich 0:2 (0:4), 61G: Layer – Tita 0:4 (SS), 98F: Metreveli – Canli 2:0 (3:0), 66F: Chichioi – Awtaew 0:2 (0:5), 86G: Ritter – Brunner 0:2 (1:5) 71G: Rothausky – Gereev 0:4 (TÜ), 80F: Dicker – Vasilioglu 0:3 (0:10), 75F: Georgiev – Cakovic 2:0 (6:2), 75G: Fritsch – Cojocari 1:0 (2:1)