RKG kommt in Lichtenfels unter die Räder

Ein böses Erwachen für die RKG Reilingen/Hockenheim: Nach dem Auftaktsieg in Viernheim machten sich die Reilinger Ringer Hoffnungen trotz ihrer „Todesstaffel“ ein Wörtchen um die Endrundenteilnahmen mitreden zu können. Wie ambitioniert dieses Vorhaben ist, zeigte sich nun am zweiten Kampftag beim AC Lichtenfels. Die Oberfranken überrollten die RKG dank ihrer Qualität und gewannen verdient mit 24:7. Auf Seiten der ersatzgeschwächten Reilinger zeigten sich indes mit Jan Fischer und Joshua Morodion zwei Lichtblicke.
Schon vor Kampfbeginn mussten sich die Reilinger ein zusätzliches Päckchen anlasten: Der Russe Ibragimov ist noch nicht verfügbar, weshalb Trainer Laier die Klasse bis 61 Kilogramm unbesetzt lassen musste und den Gastgebern vier Punkte schenkte. Zum Start des Abends gab es ein türkisches Duell in der Klasse bis 57 Kilogramm Freistil. RKG Neuzugang Halil Gökdeniz konnte zwar in der ersten Kampfhälfte noch einigermaßen mit Ausnahmeringer Peker mithalten, musste sich dann aber der technischen Überlegenheit des Lichtenfelsers ergeben. Dass es wohl nicht der Abend der Reilinger wird zeigte der folgende Schwergewichtskampf. Süleyman Demirci blieb in einem ausgeglichenen Kampf lange dank der letzten Wertung in Führung, bis er eine Sekunde vor Schluss für eine kurze Unachtsamkeit bestraft wurde und noch mit 1:3 verlor. Zwei Niederlagen zum Auftakt und die kampflose Abgabe von vier Mannschaftspunkten bedeutete für die Reilinger den Bedarf an einem Erfolgserlebnis, um den Kampf noch offen zu halten. Dafür sorgte schließlich Joshua Morodion (98 KG Freistil), der auch im zweiten Rundekampf trotz fremder Gewichtsklasse einen Überlegenheitssieg feiern durfte. Vor der Pause machte sich dann noch der zweite Reilinger Ausfall bemerkt. Igor Chichioi fehlte aufgrund der anstehenden Weltmeisterschaft. Sein Ersatzmann Tamirlan Bicekuev (66 KG Freistil) schlug sich zwar tapfer, verlor aber letztendlich mit 4:16, was einen Pausenstand von 12:4 für die Gastgeber bedeutete.
Nach der Pause gab es dann den besten Kampf des Abends. Der Reilinger Jan Fischer traf auf seinen de facto Nachfolger als Nummer Eins im deutschen Mittelgewicht Hannes Wagner. Doch Fischer zeigte seine ganze Erfahrung und Qualität und gewann mit einer Top Leistung mit 3:1 gegen den Star der Gastgeber. Nach diesem guten Start in die zweite Hälfte gab es allerdings gleich den nächsten Dämpfer für die Ringkampfgemeinschaft. Robin Laier zeigte gegen Niklas Ohff ungewohnte Schwächen und musste noch in der ersten Halbzeit mit 0:15 von der Matte. Den dritten und letzten Sieg für die Gäste holte dann noch Ender Coskun (80 KG Freistil), der wieder seine Siegringer Qualitäten zeigte und 8:1 gewann. Doch bereits vor den beiden Endduellen im Weltergwicht waren die Gastgeber dank einer 9 Punkte Vorsprungs nicht mehr einzuholen. Doch die brutale Qualität der Oberfranken zeigte sich dann nochmals. Im freien Stil ließ der Ungar Gulyas dem jungen Alan Golmohammadi keine Chance und gewann überlegen. Gleiches galt für den Abschlusskampf, wo die Gastgeber mit Can Selcuk noch einen internationalen Starringer präsentierten, der ebenfalls noch weitere vier Punkte auf das Heimkonto addierte.
Die hohe Niederlage von 24:7 zeigt den Reilingern nun, wie schwer es werden wird die Play-Offs und den damit verbundenen Ligaverbleib zu erreichen. Die Saison steht zwar erst an ihrem Anfang und die RKG kann in der Rückrunde nochmals an Qualität zulegen, doch bereits jetzt gilt es, wichtige Punkte zu sammeln. In Lichtenfels hatten sich die Verantwortlichen zumindest einen engeren Kampf erhofft. Jetzt pausiert die Bundesliga zunächst aufgrund der Weltmeisterschaft, bevor die Reilinger wieder nach Franken, diesmal nach Nürnberg, reisen müssen.
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