Meister, Aufsteiger, Derbysieger!! Reilingen im Freudentaumel

Am letzten Kampftag der Ringen Regionalliga stand der seit dem ersten Kampf unumstrittene Tabellenführer RKG Reilingen/Hockenheim mit einem Punkt Vorsprung vor dem ASV Schorndorf und dem Derby beim KSV Schriesheim vor einem entscheidenden Duell um die Meisterschaft und den Aufstieg in die Bundesliga. Die KSV Sporthalle in Schriesheim war bis zum letzten Platz gefüllt, was nicht zuletzt an den zahlreichen RKG Fans lag, die ihrer Mannschaft mit einem sensationellen Support zu Höchstleistungen trieben. Die Gastgeber gaben alles, um dem Lokalrivalen die lang ersehnte Rückkehr in die Bundesliga zu verderben, doch die Ringkampfgemeinschaft war an diesem Abend nicht zu schlagen und gewann auch dank eines einzigartigen Willens mit 18:15. Dass es dann ausgerechnet noch Christian Schöfer war, der in seinem letzten Kampf für die RKG den Sieg sicherte, passt perfekt in das Bild des Abends. Damit kehrt die Erstklassigkeit nach vielen Jahren wieder nach Reilingen zurück und die RKG schließt ein Jahr ab, in dem sie mit dem nordbadischen Pokalsieg, der Meisterschaft der Jugend, dem Aufstieg der zweiten Mannschaft und dem Triumph in der Regionalliga eine sensationelle Erfolgsausbeute aufzuweisen hat.

Vor der Runde hatte niemand die Ringkampfgemeinschaft auf der Rechnung, was nur zeigt, welch gute Arbeit die Kaderplaner Heiko Schweikert und Alexander Offenloch, sowie Trainer Wolfgang Laier geleistet haben. Gerade mit der Verpflichtung des Erfolgstrainer vor zwei Jahren leitete die RKG einen sportlichen Umbruch ein, dessen Früchte in diesem Jahr zum Tragen kamen. Die Mischung aus Talent, Erfahrung und Charakter passt bei den Reilingern einfach perfekt, ein entscheidender Vorteil in diesem Jahr. Die Neuzugänge entpuppten sich allesamt als Treffer, angefangen mit dem Moldawier Igor Chichioi, der 17 von 18 Kämpfen gewinnen konnte. Aber auch der 21jährige Daniel Layer rang sich, wie der erfahrene Ali Azimzada und Freistil Experte Thilo Dicker mit starken Leistungen in die Herzen der RKG Fans. Aus Hausen-Zell kam zudem Eric Ritter, der bis zu seiner Verletzung beim Kampf in Schorndorf ebenfalls auf der Matte glänzte. Nimmt man dann noch Ringer wie Robin Laier, Evgenij Titovski, Christian Schöfer oder Robin Keck hinzu, wird aus dem vermeintlichen Außenseiter ein Erfolgsteam.

Dieses Team zeigte beim Derby in Schriesheim nicht nur den unbedingten Willen zum Aufstieg, sondern auch die Qualitäten eines Meisters. Bereits zur Halbzeit standen die Chancen auf den Derbysieg mehr als gut. Daniel Layer (57 Kilo Greco) eröffnete den Kampf direkt mit einem Schultersieg für die Reilinger. Danach zeigte Ali Azimzada (130 Kilo Freistil) gegen Dzhambulat Ustaev eine großartige Leistung und verlor gegen den Schriesheimer Siegringer nur mit 2:6. Für die RKG lief es in den unteren Gewichtsklassen perfekt. Christoph Ewald (61 Kilo Freistil) holte, genauso wie Robin Laier (66 Kilo Geco) einen Überlegenheitssieg. Die Gastgeber konnten in Halbzeit Eins noch durch den 12:0 Sieg von Attila Tamas gegen Evgenij Titovski punkten, was zum 12:5 Pausenvorsprung der RKG führte. Die Geschichte der zweiten Halbzeit ist schnell erzählt: Schriesheim schickte noch ihre Siegringer Shamil Ustaev (71 Kilo Freistil) und Rahmattulah Moradi (86 Kilo Freistil) auf die Matte, die allerdings beide nicht die volle Punktzahl holen konnten. Igor Chichioi musste gegen den klar schwereren Ustaev mit 0:9 zwar seine erste Saisonniederlage hinnehmen, trug mit seiner Leistung aber, genauso wie Thilo Dicker gegen Moradi, zum Erfolg der Ringkampfgemeinschaft bei. Ludwig Weiß (80 Kilo Greco) hatte an diesem Abend keinen Gegner, was weitere vier Punkte für die RKG bedeutete. Damit stand es zwei Kämpfe vor Schluss 16:11 für die Reilinger. Somit hatte Christian „Itze“ Schöfer in seinem letzten Kampf für die Ringkampfgemeinschaft die Möglichkeit, die Meisterschaft und somit die Bundesliga Rückkehr der Reilinger klarzumachen. Gegen den passiven Jan Steffan ließ Schöfer nichts anbrennen und gewann mit 7:0, was zur absoluten Eskalation bei der Mannschaft und den Fans führte. Der abschließende Kampf von Robin Keck gegen Dawid Wollny wurde im Freudentaumel der Reilinger zur Nebensache.

Mit dem 18:15 Sieg geht es für die RKG also in Liga Eins, der Tabellenzweite vom ASV Schorndorf darf ebenfalls in die Bundesliga aufsteigen. In Reilingen ist man überwältigt vom Erfolg der Mannschaft, wie auch Geschäftsführer Michael Müller sehr emotional verdeutlicht: „Ich kann nur sagen, dass wir alle in diesem Moment einfach nur glücklich sind und diesen sensationellen Erfolg auskosten wollen. Was Wolfgang und das Team in diesem Jahr geleistet haben ist jetzt schon ein Stück Reilinger Ringsport Geschichte. Als wir die RKG damals gegründet haben, wollten wir den Spitzen Ringsport wieder nach Reilingen und Hockenheim holen. Dies ist uns in diesem Jahr endgültig gelungen. Jetzt freuen wir uns auf die Bundesliga mit diesem geilen Team. Ein großes Dankeschön an alle Beteiligten!“. Das Team, die Fans und die Jugend ließen es sich nicht nehmen am Sonntag einen Erfolgszug samt Autokorso durch Reilingen zu fahren, bei dem der Erfolg und die Meisterschaft nochmals ausgiebig gefeiert wurden. Der Reilinger Bürgermeister Stefan Weisbrod gehörte an diesem Sonntag zu den ersten Gratulanten und zeigte sich stolz über die Leistung der RKG. Die Meisterfeier der Reilinger ging noch bis in den späten Nachmittag, ein gebührender Abschluss einer grandiosen Saison.

Hef

 

KSV Schriesheim – RKG Reilingen/Hockenheim 15:18

57G: Güvener – Layer 0:4 (SS), 130F: D.Ustaev – Azimzada 2:0 (6:2), 61F: Hirth – Ewald 0:4 (TÜ), 98G: Tamas – Titovski 3:0 (12:0), 66G: Ferchichi – Laier 0:4 (TÜ), 86F: Moradi – Dicker 3:0 (8:0) 71F: S.Ustaev – Chichioi 3:0 (9:0), 80G: Weiß 0:4 (KL), 75F: Wollny – Keck 4:0 (TÜ), 75G: Stefan – Schöfer 0:2 (0:7)

 

1 RKG Reilingen-Hockenheim 18 307 : 209 98   29 : 7  
2 ASV Schorndorf 18 335 : 216 119   28 : 8  
3 KSV Schriesheim 18 332 : 250 82   23 : 13  
4 KSV Tennenbronn 18 266 : 279 -13   21 : 15  
5 SRC Viernheim 18 264 : 265 -1   20 : 16  
6 KSV Hofstetten 18 254 : 265 -11   15 : 21  
7 WKG Weitenau – Wieslet 18 244 : 321 -77   12 : 24  
8 AV Germ. Sulgen 18 242 : 287 -45   11 : 25 a
9 TuS Adelhausen II 18 219 : 320 -101   11 : 25  
10 AB Aichhalden 18 227 : 278 -51   10 : 26