Lübtheen als Spielverderber beim RKG Heimauftakt

Der erste Bundesliga Heimkampf seit zwei Jahrzehnten, dazu noch an einem Feiertag. Für die Ringer der RKG Reilingen/Hockenheim hätte die Heimpremiere keine besseren Voraussetzungen haben können. Was allerdings zur Vollendung des Glücks der Ringkampfgemeinschaft fehlte, war noch der dazugehörige Heimsieg. Und hier zeigten sich die Gäste von RV Lübtheen als Spielverderber für das euphorische Reilinger Publikum. Bei der 10:18 Niederlage in der Fritz-Mannherz Halle waren die Gastgeber der Übermacht der Ringer von der Elbe zu keiner Zeit gewachsen und mussten noch einen bitteren Ausfall hinnehmen. Nur in Halbzeit Eins konnte das Team von Coach Wolfgang Laier den Kampf offenhalten.

Doch zunächst durfte sich die Ringkampfgemeinschaft berechtigte Hoffnungen machen: Beim offiziellen Wiegen vor dem Kampf blieb der Lübtheener Fliegengewichtler Mitko Asenov über dem vorgegebenen Gewicht von 57 Kilogramm. Somit durfte der Regionalligameister von 2018 vier ungeplante Mannschaftspunkte auf sein Konto schreiben. Diesen Vorsprung konnten die Rennstadt Ringer allerdings nicht zu ihrem Vorteil nutzen. So konnte Marc Bonert (130 KG Greco) gegen den aktiven Artur Omarov keine offensiven Akzente setzen und verlor mit 1:3. Auch Daniel Layer (61 KG Greco) musste Lehrgeld bezahle und verlor technische überhöht. Die anfängliche Euphorie in der prall gefüllten Reilinger Fritz-Mannherz Halle war nach den beiden Niederlagen sichtlich ins Wanken geraten. RKG Neuzugang Zviad Metreveli (98 KG Freistil) sorgte dann für die ersten sportlichen Punkte der Gastgeber und hauchte der Ringkampfgemeinschaft vorübergehend neues Leben ein. Der stark in die Runde gestartete Igor Chichioi (66 KG Freistil) knüpfte zunächst an die starke Leistung vom letzten Wochenende an und ging gegen Emanuel Krause früh in Führung. In einem Kampf auf Augenhöhe behielt der Gastringer beim 4:4 jedoch die Überhand und gewann dank der letzten Wertung. Mit einem Pausenstand von 5:6 schien die zweite Hälfte einen spannenden Kampfausgang zu versprechen.

Doch die Gäste hatten ihre besten Athleten für den zweiten Kampfabschnitt aufgehoben und die RKG erlebte mit drei 0:4 Niederlagen ein fast schon alptraumhaftes Kampfende. Evgenij Titovski (86 KG Greco) war trotz starkem Willen gegen den internationalen Topstar Rajbek Bisultanov ohne große Chance und verlor auf Schulter. Auch RKG Talent Paul Rothausky (71 KG Greco) verlor im Anschluss vier Mannschaftspunkte. Der Ersatzmann für den verletzten Robin Laier hielt sich gegen den Lüntheemer Siegringer Andrej Ginc allerdings fast fünf Minuten wacker und musste die Matte schließlich mit einer technisch überhöhten 1:18 Niederlage verlassen. Wo die Reise ergebnistechnisch für die Ringkampfgemeinschaft hingehen sollte, ließ sich nach diesem Auftakt in die zweite Kampfhälfte schon vermuten. Doch es sollte noch schlimmer kommen: In der Klasse bis 80 Kilogramm Freistil musste Thilo Dicker ebenfalls auf die Schulter gehen, verletzte sich bei der Aktion allerdings und musste vom DRK aus der Halle in Richtung Krankenhaus transportiert werden. Der Sieg war den Gästen nach diesen weiteren Punkten nicht mehr zu nehmen. Allerding ließ sich die RKG nicht hängen und entschied die beiden letzten Kämpfe im Weltergewicht (75 KG) für sich. Die beiden Neuzugänge Mihail Georgiev (Freistil) und Robert Fritsch (Greco) zeigten, warum sich die Kaderplaner Heiko Schweikert und Alex Offenloch für sie entschieden haben. Georgiev, der beim Rundenauftakt noch unglücklich agierte, behielt gegen Brian Bliefner souverän mit 5:1 die Oberhand. Auch der Ungar Robert Fritsch (Greco) dominierte den Dänen Fredrik Bjeerehuus bei seinem 8:0 Sieg und gab dem RKG Publikum zum Abschluss nochmals einen Hoffnungsschimmer für die kommenden Aufgaben.

Letztendlich hat sich der RV Lübtheen den Sieg in der Kurpfalz verdient, wie auch RKG Geschäftsführer Michael Müller zugibt: „Heute war unsere Leistung im Gegensatz zu letzter Woche nicht zufriedenstellend und die Niederlage verdient. Es war ein schlechter Bundesligakampf, was mir vor allem für die Zuschauer leidtut. Für uns gilt es jetzt den Blick nach vorne zu richten“. Für die RKG geht es jetzt am Samstag zum RC Merken, die heute kampffrei hatten und entsprechend ausgeruht sein dürften, was die Aufgabe sicherlich nicht einfacher machen wird.

Hef

 

RKG Reilingen/Hockenheim – RV Lübtheen 10:18

57F: Baumgärtner – Asenov 4:0 (ÜG), 130G: Bonert – Omarov 0:1 (1:3), 61G: Layer – Mohammadi 0:4 (TÜ), 98F: Metreveli – Mahmudov 1:0 (2:1), 66F: Chichioi – Krause 0:1 (4:4), 86G: Titovski – Bisultanov 0:4 (SS) 71G: Rothausky – Ginc 0:4 (TÜ), 80F: Dicker – Wickel 0:4 (SS), 75F: Georgiev – Bliefner 2:0 (5:1), 75G: Fritsch – Bjerrehuus 3:0 (8:0)